Er stürzte die Treppe hinunter und lief durch das Lager zum Zelt des Befehlshabers. Manilius Claudianus, ein fast sechzigjähriger Veteran, der als junger Mann mit Aetius gegen Attila gekämpft hatte, war bereits auf den Beinen, und als Aurelius sein Zelt betrat, befestigte er gerade seine Schwertscheide am Gürtel.

»General, ein Trupp herulischer und skirischer Hilfskräfte nähert sich. Niemand hat uns über ihre Ankunft benachrichtigt, und die Sache macht mir Sorgen.«

»Sie macht auch mir Sorgen«, antwortete der Offizier. »Laß die Wache aufstellen und das Tor öffnen. Hören wir uns an, was sie wollen.«

Aurelius lief zur Palisade und bat Vatrenus, eine Abteilung Bogenschützen in Stellung zu bringen, dann lief er zum Wachtposten hinunter, ließ die verfügbaren Leute antreten und die Tür öffnen und ging zusammen mit dem Kommandanten hinaus. Unterdessen ließ Vatrenus die Truppe von Mann zu Mann wecken, also leise und ohne Posaunengeschmetter. Der Kommandant trat in voller Bewaffnung und mit dem Helm auf dem Kopf ins Freie, ein offenkundiger Beweis dafür, daß er glaubte, sich einem Kampf stellen zu müssen. Rechts und links von ihm hatte sich die Wache postiert, die von Cornelius Batiatus überragt wurde, einem äthiopischen Giganten, der schwarz war wie Holzkohle und ihm keinen Augenblick von der Seite wich. Im Arm trug Batiatus einen ovalen Schild, der vom Waffenschmied eigens nach Maß angefertigt worden war, damit er seinen ganzen riesigen Körper bedeckte. Von den Schultern hingen ihm links das römische Schwert und rechts eine zweischneidige Barbarenaxt.

Der Trupp der barbarischen Reiter war unterdessen nur noch wenige Schritte entfernt, und der Mann, der ihn anführte, hob als Signal zum Anhalten den Arm.



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