
»Ob er es schaffen wird?« fragte Canidius, während er über die Erdwälle spähte.
»Und zurückkommt? Ja, vielleicht«, antwortete Vatrenus. »Aurelius ist der beste, den wir haben.« Aber Ton und Ausdruck seiner Stimme verrieten nicht denselben Optimismus wie seine Worte.
Er wandte erneut den Blick, um Aurelius nachzuschauen, der mit höchster Geschwindigkeit auf dem noch freien Gelände zwischen dem Lager und der Brücke dahinjagte, und er erkannte, daß jetzt eine weitere Abteilung barbarischer Reiter von links kam und sich per Handzeichen mit den anderen abstimmte, die von rechts heranritten, um dem Flüchtigen gemeinsam den Weg abzuschneiden. Aber Aurelius war schnell wie ein Pfeil, und sein Pferd legte die Strecke auf dem ebenen Gelände zwischen dem Lager und dem Fluß in Windeseile zurück. Er lag fast flach nach vorne gestreckt auf der Kruppe, um sich den Wurfgeschossen, die bald auf ihn herabprasseln würden, nicht allzusehr auszusetzen.
»Lauf, lauf«, knurrte Vatrenus zwischen den Zähnen hindurch. »Lauf, mein Schöner, brav, brav ...« Aber in derselben Sekunde wurde ihm klar, daß die Angreifer zu zahlreich waren und gleich den Kopf der Brücke erreichen würden. Er mußte seinem Kameraden einen größeren Vorsprung geben. Deshalb rief er: »An die Katapulte!«, und die Artilleristen, die bereits verstanden hatten, richteten ihre Wurfmaschinen auf die barbarische Reiterei, die von rechts und von links auf die Brücke zuströmte.
